Wie zwei Wochen voller Raketen, Forschung und neuer Freundschaften meine Sicht auf das Lernen verändert haben
Ich, Linus Doenitz aus der 9c des Gymnasiums, durfte dieses Jahr an der Science-Akademie Baden-Württemberg teilnehmen – einer Juniorakademie für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg. Insgesamt gab es 72 Teilnehmer aus der 9. und 10. Klasse, die in zwei intensiven Wochen im Sommer zusammen Spaß hatten, an Projekten bauten und neue Freundschaften schließen konnten. 
Der Aufenthalt fand am Eckenberg-Gymnasium in Adelsheim statt, wo ich bereits am ersten Tag mit vielen coolen Leuten in Kontakt gekommen bin. Überall waren neugierige, begeisterte Menschen, die Lust hatten, Neues zu entdecken, wodurch sich schon in den ersten paar Stunden viele Diskussionen und spannende Unterhaltungen ergaben.
Der Tagesablauf war im Grunde jeden Tag ähnlich, aber trotzdem intensiv und abwechslungsreich. Für die Frühaufsteher, zu denen ich leider nicht zähle, bestand schon um 7 Uhr das Angebot zum Frühsport, wo man beim Joggen, im Kraftzirkel, aber auch beim Tanzen ganz schön ins Schwitzen kommen konnte. Nach dem Frühstück trafen sich alle um 8:30 Uhr zu einem gemeinsamen Plenum, in dem der Tagesablauf besprochen und wichtige Informationen weitergegeben wurden. Anschließend begann die erste Kursschiene. Mein Kursziel war es, die Mikrogravitation während eines Raketenflugs zu untersuchen und zu beobachten. Dafür starteten wir jeden Morgen zunächst mit einem Stand-up-Meeting, bei dem Aufgaben verteilt und alle auf denselben Stand gebracht wurden. Danach arbeiteten wir in kleinen Gruppen an unserer Rakete, bis wir um 12 Uhr zum Mittagessen gingen.
Am frühen Nachmittag folgte die erste KüA-Schiene von 13:30 bis 15:30 Uhr (KüA steht für "kursübergreifende Angebote"). Hier konnte man sich sportlich betätigen, beispielsweise beim Basketballspielen, in einem Orchester musizieren oder knifflige Mathematikrätsel lösen. Diese Angebote änderten sich allerdings jeden Tag, wodurch es immer spannend blieb. Nach einer kurzen Pause startete die zweite Kursschiene, in der wir unsere zuvor begonnenen Arbeiten vertieften und weiter an Projekten tüftelten.
Das Abendessen bot Gelegenheit, sich auszutauschen, bevor die zweite KüA-Schiene bis 21 Uhr startete, wiederum mit verschiedenen Angeboten, die sowohl kreativen als auch sportlichen Interessen gerecht wurden. Den Abschluss des Tages bildete um 22:10 Uhr ein gemütliches Abendprogramm, bevor schließlich um 22:30 Uhr die Bettruhe begann. Obwohl jeder Tag durchaus anspruchsvoll war, fühlte es sich nie nach „Schule“ an, eher nach einer Gemeinschaft, die Wissenschaft lebendig machte.
Auch die Exkursionen stellten echte Höhepunkte dar. Unser Besuch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Lampoldshausen war besonders beeindruckend. Wir erhielten eine Rundtour und hatten die Gelegenheit, mit einigen Wissenschaftlern zu sprechen, die dort an der Mitentwicklung der Triebwerke für Ariane-Raketen beteiligt sind. Diese Verknüpfung von Theorie und Praxis hat mich sehr begeistert.
Natürlich blieb auch Zeit für Freizeit und Ausflüge – mal ein Besuch in der Adelsheimer Stadt, um sich mit Snacks einzudecken, mal einfach zusammen mit Freunden abhängen. Gerade diese Momente machten die Akademie zu etwas Besonderem. Trotz der anspruchsvollen Themen war immer Platz für Humor, Austausch und neue Freundschaften. Ich habe dort viele tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich heute noch Kontakt habe.
Rückblickend war die Science-Akademie eine einmalige Erfahrung. Ich habe nicht nur viel über Raketen, Luftdruck und Mathematik gelernt, sondern auch über mich selbst: wie man im Team arbeitet, Verantwortung übernimmt und wie viel Spaß es macht, sich in Themen zu vertiefen, die einen wirklich interessieren. 
Die Mischung aus Wissen, Gemeinschaft und persönlichem Wachstum hat mich sehr geprägt. Wenn ich mich heute an die zwei Wochen zurückerinnere, denke ich an lautes Lachen, spannende Diskussionen, nächtliche Gespräche und das Gefühl, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein.
Die Science-Akademie hat mir gezeigt, dass Lernen weit mehr ist als Unterricht – es ist Neugier, Entdeckergeist und Zusammenhalt. Und wenn ich die Chance hätte, wieder teilzunehmen, würde ich keine Sekunde zögern.
An dieser Stelle möchte ich mich bei der Stiftung bedanken, dass sie die kompletten Kosten der Science Akademie in vollem Umfang in Form eines Begabtenstipendiums übernommen hat.
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